Veranstaltungen 2018

 Montag, 01.10.2018:

Buchladen Rote Straße | 19:30 Uhr

Gespräch und Lesung mit Peter Dürrbeck
Peter Dürrbeck nimmt uns mit in einen geschichtlichen Rückblick auf die Verfolgung seiner Eltern Herta und Karl im Nationalsozialismus, sowie seiner eigenen Verfolgung als Kommunist in der BRD in den Jahren des Kalten Krieges.
Der Fokus liegt auf den Erlebnissen seiner Eltern und wird unterstützt durch Lesungen vereinzelter Textpassagen aus seinem Buch „Herta und Karl Dürrbeck: Aus dem Leben einer hannoverschen Arbeiterfamilie“. Es werden Einblicke in die persönliche Geschichte seiner Eltern, sowie die auch nach 1945 stattfindenden politischen Verfolgungen durch ehemalige NS-Richter im Raum Niedersachsen/Lüneburg gegeben. Im Anschluss an Peters Erzählung wird es die Möglichkeit geben Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.
Dürrbeck ist Beirat der KZ-Gedenkstätte Moringen und setzt sich bis heute für das Gedenken an Verfolgte des Nationalsozialismus ein.
 

Dienstag, 02.10.2018:

OM10 | 17:00 Uhr
Vortrag : Völkische Siedler

In ländlichen Regionen kaufen extrem Rechte mit völkischer Ausrichtung bereits seit geraumer Zeit gezielt Grundstücke in räumlicher Nähe zueinander. Dort siedeln sie sich an, um gemeinschaftlich nach ihrer menschenfeindlichen Weltanschauung zu leben und ihre Kinder mit weniger Einflüssen von außen zu erziehen, wodurch teilweise bereits völkische Siedlerfamilien in dritter Generation auf den abgelegenen Höfen leben. Marius Hellwig von der Amadeu-Antonio-Stiftung wird erzählen, welche Strukturen und Ideologien hinter den völkischen Siedlern stehen, wie ihre Vernetzung mit anderen Rechtsradikalen aussieht und was es mit Gruppierungen wie den Neo-Artamanen und den Ludendorffern auf sich hat.

Kino Lumière | 19:30 Uhr
Filmvorführung: Linie 41 + anschließendes Gespäch mit der Regisseurin:

Der Film LINIE 41 dokumentiert die Rückkehr eines Überlebenden des Ghettos Litzmannstadt zurück ins heutige Łódź. Jahrelang hatte Natan Grossmann es vermieden, das Schicksal seines Bruders Ber zu ergründen, der dort 1942 verschwand. Nun beginnt nach 70 Jahren eine späte Suche nach seinem Bruder und Spuren seiner Eltern, die im Ghetto umkamen. Seine Suche kreuzt sich mit der des Sohnes des ehemaligen Nazi-Oberbürgermeisters der Stadt, der hier einem dunklen Familiengeheimnis nachgeht.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit der Regisseurin Tanja Cummings statt.

Donnerstag, 04.10.2018:

JuZI | 18 Uhr
Workshop: Neonazis und Kampfsport – Netzwerke, Events und Akteure:

 

Das Thema Kampfsport erlebt in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung innerhalb der neonazistischen Szene. Dies heißt nicht nur, dass in den eigenen Reihen verschiedene Kampfsportdisziplinen trainiert werden, sondern auch, dass sich europaweit extrem rechte Kampfsportveranstaltungen etabliert haben, bei denen Neonazis aus den verschiedensten Ländern zusammenkommen, „um sich mit ihren weißen
Brüdern zu messen“. Darüber hinaus ist ein neonazistischer
Kampfsport-Lifestyle entstanden, der von verschiedenen extrem rechten Marken bedient wird und die Kasse klingeln lässt. Die zunehmend professionalisiert und modern auftretende extrem rechte Kampfsport-Szene inszeniert sich selbst als Elite und knüpft mit ihren Gesundheits- und Körperbildern an Vorstellungen des historischen Nationalsozialismus an.
Dabei geht es um weit mehr als um Sport, denn letztendlich geht es im neonazistischen Verständnis von „Kampf“ immer um die Existenz der eigenen „Nation“ und des eigenen „Volkes“.
In dem Vortrag wird das international agierende militante Netzwerk des NS-Kampfsports beleuchtet und die Entwicklung der neonazistischen Kampfsport-Szene anhand des „Kampfes der Nibelungen“ nachgezeichnet sowie ein Überblick über relevante Strukturen, Marken und Labels gegeben.
Die Referent*innen schreiben für die Lotta – Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Freitag, 05.10.2018:

JuZI | 17:00 Uhr
Antifaschistisches After Work Café

Was wird unter Antifaschismus verstanden, und welche Aufgabenbereiche schreiben wir ihm zu? Wie intervenieren Aktivist*innen in ihren Kämpfen gegen rechtes Gedankengut? Welche Rolle spielen dabei Militanz, der Gebrauch von sozialen Netzwerken und die anwachsende staatliche Repression gegen linksradikale Strukturen? Wie wollen wir Opfer rechter und rassistischer Gewalt gedenken, damit sie niemals vergessen werden?

Mit diesen Fragen und vielen mehr wollen wir uns bei dieser Veranstaltung auseinandersetzen. Dabei geht es uns nicht darum zu erfahren, wer was schonmal gemacht hat oder damit rumzuposen, sondern mit allen Besucher*innen die Bandbreite des heutigen Antifaschismus – mit seinen unterschiedlichen Positionen und Praktiken – zu erkunden. Lasst eure Handys zuhause und kommt gerne rum!

Samstag, 06.10.2018:

JuZI | 15:00 Uhr
Workshop zu Patriarchat und Kapitalismus
Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory...
Wie in jeder guten Telenovela ist auch die Beziehung zwischen patriarchalen Strukturen und bürgerlicher Wirtschaftsweise eine facettenreiche und durchaus wechselhafte Geschichte.Trotz ihres großen Altersunterschiedes arrangierten sie sich miteinander, teilten Arbeit und Haushalt, wuchsen aneinander – und gerade auch an ihren Differenzen.
Wir werden einige Episoden anschauen und einen Blick auf ihren aktuellen Beziehungsstatus werfen. Mutmaßen wir doch zusammen: Wie geht es mit den beiden weiter? Werden feministische Bewegungen sie entzweien oder meistern sie zusammen jede Krise? Gehen sie ihren gemeinsamen Weg, bis dass der Tod sie scheidet oder ist es doch einfach eine vorübergehende Affäre? Lasst uns die Story ein wenig weiterspinnen: Wie sähe ein Happy End aus – und inwiefern haben wir überhaupt Einfluss auf das Script?
Die Referent*innen sind Teil von s*skunks, einer Interessiertengruppe von e*vibes aus Dresden

Göttingen | 3. Okt. – 7. Okt.